Theologisch-geistliche Standortbestimmung
und kirchengeschichtliche Positionierung der CTL-Seminare
Die CTL-Seminare (Chrischona und Liebenzell) und die Evangelische Hochschule Tabor verstehen sich hinsichtlich ihrer geschichtlichen Entstehung, ihrer theologischen Prägung und ihres praktischen Selbstverständnisses in der Tradition der Reformation (16. Jh.), des klassischen kirchlichen Pietismus (17./18. Jh.) sowie der Erweckungsbewegungen (19. Jh.).
Die auf eine durchgreifende Erneuerung des persönlichen, kirchlichen und sozialen Lebens zielende Reformbewegung des deutschsprachigen Pietismus brachte durch sein Insistieren auf glaubwürdigem, verantwortlichem und von Hoffnung geleitetem Handeln zahlreiche freie Initiativen hervor, deren innovative Kraft sich bis in die staatliche Gesetzgebung vieler europäischer Länder auswirkte.
Der Wille zur Beteiligung möglichst vieler mündiger Christen am Gesamtauftrag der Kirche schuf bereits im 19. Jahrhundert beachtliche Modelle qualifizierter berufsführender theologischer Ausbildung auch außerhalb der Universitäten. Durch die freien Initiativen evangelisch-theologischer Ausbildungsstätten und die aus ihnen hervorgehenden Prediger, Sozialdiakone, Jugendarbeiter und Missionare erfuhr das kirchliche und gesellschaftliche Leben vielfältige Stärkung.
Theologische Ausbildung an unseren Seminaren verbindet intellektuelle Bemühung und Theoriebewusstsein mit hoher Motivation und Befähigung für die Praxis, wobei dem Gesichtspunkt der permanenten Qualitätssteigerung ein besonderer Stellenwert beigemessen wird. Die CTL-Seminare haben durch ihre Ausbildungsinitiativen in den zurückliegenden Jahrzehnten sowohl in quantitativer wie auch in qualitativer Hinsicht eine führende Rolle wahrgenommen. |