ctl4570
Mentoring / Coaching
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
ctl4570 ist ein Wahlmodul für den M.A. in Praktischer Theologie
Credits: 30
Studienaufwand:
Seminare: 40,00 Stunden
Unterrichtseinheiten: 20,00 Stunden
Eigenstudienzeit: 210,00 Stunden
Gesamt: 270,00 Stunden
Ziele:
Das Modul stellt Persönlichkeitstheorien und Analyseinstrumente aus dem Bereich der Personalentwicklung vor. Diese Theorien und ihre Anwendung sind dazu bestimmt den Studierenden zu helfen mit undurchsichtigen oder ungenauen Rollenerwartungen fertig zu werden, zwischen verschiedenen Interessengruppen zu vermitteln und persönliche oder systemische Konflikte zu lösen. Als Mentoren werden die Studierenden in der Lage sein, ihre Mentoranden in den entsprechenden Klärungs- und Lösungsprozessen zu unterstützen. Darüber hinaus werden sie zur Psychohygiene fähig sein, z.B. der Entwicklung einer gesunden work-life-balance ihrer Mentoranden.
Syllabus:
- Pastoraltheologische Einführung in die Kernkompetenzen und -aufgaben des Mentors im Kontext hauptamtlichen Dienstes in einer postmodernen Gesellschaft
- Formen und Gestaltungsvielfalt eines Mentoringprozesses; Coachingkonzepte
- Die Mentorvereinbarung: Klärung und Abgleich der gegenseitigen Erwartungen
- Das Mentoringgespräch aus dem Blickwinkel der Systemtheorie und der systemischen Seelsorge
- Situatives Führen (nach Blanchard)
- Big-Five-Persönlichkeitsmodell als Beispiel für Modelle der Persönlichkeit
- Laddering- und Repertory Grid-Technik (auf der Grundlage von Kellys „Psychologie der personalen Konstrukte“ als Beispiel für konstruktivistische Ansätze der Persönlichkeitspsychologie)
- Analyseinstrumente für Biographie, Familiengeschichte, Fähigkeiten und Werte als Grundlage für eine individuelle Lebens- und Berufsplanung
- Gesellschaftliche und psychologische Rollentheorien; spezifische Probleme beruflicher Rollen in Nonprofit-Organisationen; psychodramatische Annäherung an Rollenkonflikte, Rollenstrategien für Hauptamtliche
- Formen der Konfliktbewältigung, Mediation
- Stress, Stressbewältigung, Vorbeugung von Burn-out
Lernziele:
Kenntnisse
Bei Abschluss des Moduls wird von den Studierenden Folgendes erwartet:
- praktische und theoretische Kenntnisse verschiedener Formen des Mentorings gewonnen zu haben
- sich einer Vielfalt von Umständen und Rollen in einer Mentoringbeziehung bewusst zu sein
- Vertrautheit mit den Konzepten systemischer, lösungsorientierter Seelsorge zu zeigen
- das Konzept des situativen Führens nach Blanchard zu beherrschen
- ihre Kenntnis verschiedener Analyseinstrumente erweitert zu haben
- spezifische Probleme beruflicher Rollen in Nonprofit-Organisationen auf dem Hintergrund sozialwissenschaftlicher Rollentheorien zu analysieren
- Formen der Konfliktbewältigung kennen
- Vertrautsein mit den physiologischen, kognitiven und zwischenmenschlichen Faktoren der Entstehung von Stress. Wissen um Möglichkeiten der Stressbewältigung
Fähigkeiten
Die Studierenden sollen fähig sein
- verschiedene Formen des Mentorings anzuwenden
- ein Mentoringgespräch zu strukturieren und unter Anwendung verschiedener praktischer Hilfsmittel durchzuführen
- einen Mentoringprozess vorzubereiten, zu beginnen, zu gestalten und zum Abschluss zu bringen
- das Konzept des situativen Führens nach Blanchard anzuwenden
- geeignete Analyseinstrumente auszuwählen und bei Mentoranden anzuwenden
- Lösungsmöglichkeiten für konkrete Rollenkonflikte in ihrem beruflichen Umfeld (und dem ihres Mentoranden) zu formulieren und in der Praxis umzusetzen
- Stressfaktoren zu analysieren und Stressbewältigung beratend zu begleiten
- persönliche und institutionelle Konflikte zu analysieren und Methoden der Konfliktbewältigung anzuwenden
Lehr- und Lernstrategien:
Die Studierenden bereiten sich auf das erste Intensivseminar vor, indem sie die Studienmaterialien und angegebenen Veröffentlichungen durcharbeiten. Mit Hilfe dieser Materialien setzen sie sich mit der aktuellen Relevanz von Coaching vor dem Hintergrund soziologischer und psychologischer Theorien auseinander; außerdem gewinnen sie einen Überblick über aktuelle Konzepte des Metoring bzw. Coaching.
Das erste Intensivseminar bietet ein Forum zur kritischen Diskussion und Bewertung dieser Konzepte mit Schwerpunkt auf den Analyseinstrumenten im Coaching. Hier wird die Anwendung einer Reihe von Intrumenten zur Persönlichkeitsanalyse trainiert, die im Rahmen eines Coachingprozesses zum Einsatz kommen können. Um eine theoretische (und praktische) Engführung zu vermeiden, kommen sehr unterschiedliche Modelle zum Einsatz: von einem Modell der Persönlichkeit (Big-Five) über idiographische Biographiearbeit bis zu einem konstruktivistischen Modell (Kelly).
Zur Vorbereitung auf das zweite Intensivseminar beginnen und dokumentieren die Studierenden den Beginn eines Coachingprozesses (drei Treffen). Die Dokumentation wird in einem regionalen Zwischentreffen mit anderen Studierenden diskutiert und bewertet. Weiterhin bringen die Teilnehmer zum zweiten Seminarblock eine kurze Präsentation (3 Seiten) über die Rolle des Hauptamtlichen in der Gemeinde mit, wo sie diskutiert und bewertet werden wird. Diese Präsentation dient dazu, den Blick auf Spezifika der Rolle Hauptamtlicher vor dem Hintergrund soziologischer/sozialpsychologischer Rollentheorien zu lenken.
Das zweite Intensivseminar hat den Schwerpunkt Krisenbewältigung: Rollenkonflikte, Mediation, Krisenintervention und Stressbewältigung - Themen, die in Mentorbeziehungen mit Hauptamtlichen eine große Rolle spielen. Um die durch Vorträge und Literatur erlernten Fähigkeiten zu vertiefen, werden simulierte Konfliktkonstellationen oder psychodramatische Methoden benutzt.
Leistungsnachweise:
Dokumentation des Beginns eines Coachingprozesses (von der Gruppe bewertet). 20 %
Dokumentation und kritische Reflexion eines Coachingprozesses (15-17 Seiten). Diese Dokumentation soll zeigen, dass der Studierende gängige Konzepte und Methoden des Coaching auf einen konkreten Fall übertragen kann. Weiterhin soll der Studierende zeigen, dass der Prozess und die eigene Rolle des Studierenden in dieser Beratung gut reflektiert sind. 80 %
Basislehrmaterial
- Catina, Ana / Schmitt, Gustel M.: Die Theorie der Persönlichen Konstrukte. In: Scheer, Jörn W. / Catina, Ana: Einführung in die Repertory Grid-Technik. Bd. 1: Grundlagen und Methoden, Bern 1993, 11-23.
- Deckmann, Birgit / Ryffel, Christiane: Soziologie im Alltag. Eine Einführung, Weinheim 112001.
- Donders, Paul: Kreative Lebensplanung, Asslar 22001.
- Faller, Kurt u.a.: Konflikte selber lösen. Trainingshandbuch für Mediation und Konfliktmanagement in Schule und Jugendarbeit, Mühlheim 1996.
- Fischer-Epe, Maren: Coaching. Miteinander Ziele erreichen, Reinbek 2002.
- Glasl, Friedrich: Konfliktmanagement. Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater, Stuttgart 82004.
- Howard, Pierce J./Mitchell Howard, Jane: Führen mit dem Big-Five-Persönlichkeitsmodell. Das Instrument für optimale Zusammenarbeit, Frankfurt/Main 2002.
- Mulholland, Robert: Werden, wie du mich meinst. Ganzheitlich glauben lernen, Gießen 1995.
- Rauen, Christopher: Coaching. Innovative Konzepte im Vergleich, Göttingen 22000.
- Schreyögg, Astrid: Coaching. Eine Einführung für Praxis und Ausbildung, Frankfurt 62003.
- Stanley, Paul D./ Clinton, J. Robert: Mentoring. Wir brauchen mehr geistliche Väter und Mütter, CH-Greng-Murten 1994.
- Thomann, Christoph, Schulz von Thun, Friedemann: Klärungshilfe. Handbuch für Therapeuten, Gesprächshelfer und Moderatoren in schwierigen Gesprächen, Reinbek 1988.
- Walter, John, Peller, Jane E.: Lösungsorientierte Kurzzeittherapie. Ein Lehr- und Lernbuch, Dortmund 1994.
- Whitmore, John: Coaching für die Praxis, München 21995.
Im Rahmen Ihrer Teilnahme an diesem Modul erhalten Sie eine Non-Profit-Lizenz des Big5fC (Big Five for Coaching)-Persönlichkeitsprofils. Wenn Sie weitere Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an Martin Drogat. |