ctl4511
Missionarische Verkündigung und Gemeindegründung im 21. Jahrhundert

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ctl4511 ist ein Wahlpflichtmodul für den M.A. in Praktischer Theologie

Credits: 30

Studienaufwand:
Zwei Intensivseminare (à 30 Stunden): 60 Stunden
Eigenstudienzeit: 150 Stunden
Mind. zwei Treffen zur Auswertung und Besprechung einer evangelistischen Predigt: 30 Stunden
Mind. zwei Treffen zur Auswertung einer demographischen Studie und Erarbeitung von Möglichkeiten für deren Umsetzung in einem Gemeindegründungsprozess: 30 Stunden
Gesamt: 270 Stunden

Ziele:

Ziel dieses Moduls ist es, die Kompetenz sowohl in der Praxis missionarischer Verkündigung als auch der Erarbeitung und Umsetzung von Strukturen, Strategien und Modellen der Gemeindegründung zu erweitern. Dabei soll auch der Einfluss evangelistischer Verkündigung auf die Praxis gemeindegründender Arbeit deutlich werden.

Syllabus:

  • Vorbereitung eines Fragebogens zur Erfassung einer Gemeindegründungsstrategie
  • Vorbereitung, Ausführung und Darbietung evangelistischer Verkündigung
  • Inhalt und Gestalt evangelistischer Verkündigung
  • Rhetorik in der evangelistischen Verkündigung
  • Die Autorität des Verkündigers
  • Evangelistische Verkündigung in einer säkularen Umwelt
  • Biblisch-theologische Kriterien zur Begründung und Kritik von Gemeindegründung
  • Die Volkskirche in Deutschland
  • Postmoderne Rahmenbedingungen für die Gründung neuer Gemeinden
  • Schlüsselelemente für die Gründung einer Gemeinde (Gemeindegründer, Gemeindegründungs- modelle, Gemeindegründungs-Lebenszyklus, Auftrag/Vision, Finanzierungskonzepte)
  • Der Zusammenhang zwischen evangelistischer Verkündigung und Gemeindegründung
  • Analyse eines Gemeindegründungsprojektes

Lernziele:

Kenntnisse
Bei Abschluss dieses Moduls wird von den Studierenden Folgendes erwartet:

  • eigene und andere evangelistische Verkündigung kritisch zu beurteilen und zu bewerten
  • ein Bewusstsein erprobter Strategien und anerkannter Modelle der Gemeindegründung in Deutschland
  • die Entwicklungsphasen und Planungs- und Auswertungsprozesse bei der Gründung von Gemeinden wahrzunehmen
    die Ermittlung von und den Umgang mit demographischen Daten zu beherrschen
  • sich des Einflusses evangelistischer Verkündigung auf den Prozess der Gemeindegründungspraxis bewusst zu sein

Fähigkeiten
Die Studierenden sollen fähig sein

  • Vorträge, Ansprachen und Predigten mit evangelistischer Zielsetzung vorzubereiten und kritisch zu reflektieren
  • verbreitete Irrtümer evangelistischer Verkündigung zu erkennen und Maßnahmen zur Vermeidung zu benennen
  • das Für und Wider von Gemeindegründung theologisch zu bewerten und zu kommunizieren
  • Gemeindegründungsinitiativen gegenüber bestehenden Formen christlicher Gemeinde zu reflektieren und in den Brennpunkt zu rücken
  • Prinzipien und Strategien für eine Gemeindegründung zu entwickeln und in der eigenen Gemeinde anzuwenden
  • Gruppenprozesse zu erkennen und zu reflektieren und ressourcenorientierte Teambildung zu ermöglichen
  • Entwicklungsphasen eines Gemeindegründungsprozesses zu kommunizieren und Planungs- und Auswertungsprozesse kritisch zu reflektieren
  • Methoden der Sozialforschung für den Prozess von Gemeindegründung kritisch anzuwenden
  • die Bedeutung evangelistischer Verkündigung für den Prozess der Gemeindegründung kritisch zu diskutieren

Lehr- und Lernstrategien:

Zur Vorbereitung das erste Intensivseminar lesen die Teilnehmer Literatur im Bereich evangelistische Verkündigung und schreiben eine Grobgliederung und stichwortartige Gedanken zu einer evangelistisch ausgerichteten Predigt. Außerdem verfassen sie einen Fragebogen, der nach der Strategie einer dem teilnehmer unbekannten Gemeindegründungsinitiative fragt.
Im Anschluss an das erste Intensivseminar bereiten die Teilnehmer eine evangelistisch ausgerichtete Predigt vor, die sie dann in Gruppen reflektieren, bewerten und überarbeiten.

Zum zweiten Intensivseminar bringen die Teilnehmer demographische Informationen ihres eigenen Orts mit und auch Ideen, welche Auswirkungen diese Informationen auf einen Gemeindegründungsprozess haben könnten. Im Anschluss an dieses Intensivseminar treffen sich die Teilnehmer wieder in Gruppen. In diesen weiteren Gruppentreffen dient die Bewertung und Diskussion über die Umsetzung der gesammelten demographischen Informationen in einen Gemeindegründungsprozess zur Entwicklung von Strategien für Gemeindegründung im Umfeld der eigenen Gemeinde.
In den beiden Intensivseminaren werden den Teilnehmern neben der Besprechung der vorbereiteten Grobstruktur einer evangelistisch ausgerichteten Predigt und der Auswertung der mitgebrachten demographischen Informationen die theologischen und praktischen Grundlagen von evangelistischer Verkündigung und Gemeindegründung vorgetragen.

Leistungsnachweise:

Seminararbeit: Mögliche Gemeindegründung im Umfeld des Wirkungsbereiches des Hauptamtlichen (12-15 Seiten). 60 %
Ausarbeitung und Präsentation einer demographischen Studie. 40 %

Basislehrmaterial:

  1. Arbeitskreis Neulandmission im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden: Gemeinden gründen und aufbauen, Bad Homburg 21998.
  2. Bartels, Matthias/Reppenhagen, Martin (Hg.): Gemeindepflanzung - ein Modell für die Kirche der Zukunft?, Neukirchen-Vluyn 2006.
  3. Eickhoff, Klaus: Die Predigt beurteilen. Gemeinde denkt mit, Wuppertal 1998.
  4. Hempelmann, Heinzpeter: Gemeindegründung. Perspektive für eine Kirche von Morgen?, Gießen 1996.
  5. Herbst, Michael: Missionarischer Gemeindeaufbau in der Volkskirche, Arbeiten zur Theologie Bd. 76, Stuttgart 41996.
  6. Herbst, Michael (Hg.): Mission bringt Gemeinde in Form. Neukirchen-Vluyn 2006.
  7. Hopkins, Bob: Gemeinde pflanzen. Church Planting als missionarisches Konzept, Neukirchen-Vluyn 1996.
  8. Hybels, Bill u.a.: Welt-bewegend predigen, Asslar 2000.
  9. Krol, Bram: Von der Kunst, kommunikativ zu predigen, Emmelsbüll 1997.
  10. Logan Robert / Ogne, Steven: Der Gemeindegründungs-Werkzeugkasten, Würzburg 32001.
  11. Neubert, Ehrhard: „gründlich ausgetrieben“. Eine Studie zum Profil und zur psychosozialen, kulturellen und religiösen Situation von Konfessionslosigkeit in Ostdeutschland und den Voraussetzungen kirchlicher Arbeit (Mission): EKD (Hg.) Konfession: keine. Hannover 1997, 49-160.
  12. Pickel, Gert: Konfessionslose in Ost- und Westdeutschland – ähnlich oder anders? Detlef Pollack/Gert Pickel (Hg.). Religiöser und kirchlicher Wandel in Ostdeutschland 1989-1999, Opladen 2000, 206-235.
  13. Potter, Phil: Zell-Gruppen - Bausteine für eine lebendige Gemeinde, Neukirchen-Vluyn 2006.
  14. Robinson, Haddon: Predige das Wort, Dillenburg 2002.
  15. Rother, Bernd: Kirche in der Stadt. Herausbildung und Chancen von Urbanen Profilgemeinschaften,Neukirchen-Vluyn 2005.
  16. Sautter, Jens Martin: Spiritualität lernen. Glaubenskurse als Einführung in die Gestalt christlichen Glaubens, Neukirchen-Vluyn 2005.
  17. Schröder, Sabine: Konfessionslose erreichen. Gemeindegründungen von freikirchlichen Initiativen seit der Wende 1989 in Ostdeutschland, Neukirchen-Vluyn 2007.
  18. Schwark, Christian: Gottesdienste für Kirchendistanzierte. Konzepte und Perspektiven, Haan 2006.
  19. Spurgeon, Charles H.: Ratschläge für Prediger, Wuppertal 1986.
  20. Stuhlmacher, Peter: Die Verkündigung des Jesus Christus, Wuppertal 2003.
  21. Tödt, Ilse; u. a. (Hg.): Ethik - Bonhoeffer, Dietrich - Christus, die Wirklichkeit und das Gute. Christus, Kirche und Welt, Gütersloh 21998. 31-61.
  22. Wagner, Eberhard: Rhetorik in der christlichen Gemeinde, Stuttgart 2001.