ctl4549
Seelsorge: Die dysfunktionale Familie als Herausforderung für die Seelsorge
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ctl4549 ist ein Wahlmodul für den M.A. in Praktischer Theologie
Credits: 30
Studienaufwand:
Zwei Intensivseminare (à 30 Stunden): 60,00 Stunden
Eigenstudienzeit: 90,00 Stunden
Kurze Ausarbeitung und Diskussionsberichte: 30,00 Stunden
Fallstudie: 90,00 Stunden
Gesamt: 270,00 Stunden
Ziele:
Ziel des Moduls ist es die Studierenden zu einem tieferen Verständnis einer sich wandelnden Beziehungswelt als Christen zu befähigen, indem sie die soziale Dimension individuellen Lebens mit seinen komplexen Vernetzungen und Abhängigkeiten wahrnehmen. Sie werden ihr Verständnis für die theoretischen Voraussetzungen einer integrativen Sicht von Therapie und Seelsorge ausdehnen. Dies umfasst ein Verständnis von Entstehungsgeschichte, Erscheinungsbild und Behandlungsmöglichkeiten solcher psychiatrischen Krankheitsbilder, bei denen familientheoretische Störungsmodelle und Interventionen vorliegen. Nach erfolgreichem Modulabschluss werden die Studierenden die Chancen und Grenzen seelsorgerlicher Begleitung psychisch Kranker verstanden haben und in der Lage sein, in einen interdisziplinären Dialog mit christlichen Ärzten und Psychologen zu treten.
Syllabus:
- Theologische Grundlagen der Familie
- Familie im Wandel
- Familien- und systemtherapeutische Modelle
- Familientherapeutische Interventionen
- Krankheitsbilder und pychopathologische Befunde bei affektiven Störungen, Angst- und Panikstörungen, Zwangsstörungen, Schizophrenie, Essstörungen, Abhängigkeit und Sucht
- Psychopathologie und christliche Seelsorge: Chancen und Grenzen
Lernziele:
Kenntnisse
Bei Abschluss des Moduls wird von den Studierenden Folgendes erwartet:
- sich mit psychiatrischen Krankheitsbildern vertraut gemacht zu haben und psychische Störungen von geistlichen Krisen zu unterscheiden
- einen Einblick in die theoretischen Voraussetzungen für die integrative Sicht von Therapie und Seelsorge gewonnen zu haben
- die Forschungsergebnisse aus Psychologie und Medizin für die Betreuung problematischer und gestörter Menschen kritisch zu beurteilen
Fähigkeiten
Die Studierenden sollen fähig sein
- verhaltensgestörte Menschen in komplexen Beziehungssystemen als Seelsorger zu begleiten
- für die Seelsorgepraxis sinnvolle Ergebnisse der Familien- und Systemtherapie effektiv zu nutzen
- die Vielfalt der Möglichkeiten der Begleitung psychisch Kranker zu nutzen und die eigenen Kompetenzen und Grenzen in diesem Prozess zu erkennen.
Lehr- und Lernstrategien:
Schwerpunkt des ersten Intensivseminars sind theologische, soziologische und familientherapeutische Grundlagen einer seelsorgerlichen Begleitung von Familien. Im zweiten Intensivseminar liegt der Schwerpunkt auf dem Verstehen psychiatrischer Krankheitsbilder und den Chancen und Grenzen einer seelsorgerlichen Begleitung psychisch Kranker.
Zur Vorbereitung des ersten Intensivseminars sprechen die Teilnehmer mit dem Modulleiter eine Lektüre ab und präsentieren eine Zusammenfassung und Bewertung den anderen Kursteilnehmern. Im Anschluss an das erste Seminar fertigen die Teilnehmer ein Genogramm an und reflektieren ihre eigene Rolle in ihrem Familiensystem. Zum zweiten Intensivseminar bringen die Teilnehmer Gesprächsprotokolle aus mindestens drei Sitzungen mit, die den Verlauf einer seelsorgerlichen Begleitung aus ihrer eigenen Praxis festhalten. Die Protokolle werden im zweiten Seminar ausführlich besprochen.
Im Anschluss an das zweite Seminar schreiben die Teilnehmer eine Seminararbeit über ein seelsorgerliches Fallbeispiel aus den Bereichen Familie, Gemeinde, Berufswelt. Sie entwickeln Schritte einer seelsorgerlichen Begleitung, die die eigene Familiengeschichte, theologische bzw. gemeinderelevante Aspekte sowie therapeutische Erkenntnisse mit einbezieht.
Leistungsnachweise:
Kurzreferat, Genogramm und Gesprächsprotokolle. 35 %
Fallstudie. 65 %
Basislehrmaterial:
- Berrios, German E.: The History of Mental Symptoms, Cambridge 1996.
- Bradshow, John: Familiengeheimnisse. Warum es sich lohnt, ihnen auf die Spur zu kommen, München 1999.
- Bräumer, Hans-Jörg / Bräumer, Rosemarie: Scheidung und Wiederheirat. Eine biblisch-seelsorgerliche Studie, Neuhausen 21996.
- Elhardt, Siegfried: Tiefenpsychologie, Stuttgart 152001.
- Friedman, Edwin H.: Generation to Generation. Family Process in Church and Synagogue, New York 1985.
- Hempelmann, Heinzpeter: Ehe, Ehescheidung und Wiederheirat. Eine biblisch-exegetische und praktisch-seelsorgerliche Orientierung, Lahr 2003.
- Jaspers, Karl: Allgemeine Psychopathologie, Wien 92001.
- McGoldrick, Monica / Gerson, Randy: Genogramme in der Familienberatung, Bern 2002.
- Morgenthaler, Christoph: Systemische Seelsorge. Impulse der Familien- und Systemtherapie für die kirchliche Praxis, Stuttgart 32002.
- Pfeifer, Samuel: Die Schwachen tragen, Basel 42002.
- Satir, Virgina / Baldwin, Michele: Familientherapie in Aktion. Die Konzepte von Virginia Satir in Theorie und Praxis, Paderborn 51999.
- Scharfetter, Christian: Allgemeine Psychopathologie. Eine Einführung, Stuttgart 52002.
- Schlippe, Arist von: Familientherapie im Überblick. Basiskonzepte, Formen, Anwendungsmöglichkeiten, Paderborn 111995.
- Textor, Martin R. (Hg): Das Buch der Familientherapie. Sechs Schulen in Therapie und Praxis, Eschborn 62002.
- Wetter-Parasie, Jost / Parasie, Luitgardis: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm? Wie unsere Familie unser Leben bestimmt, Stuttgart 2002.
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