ctl4520
Wirkungsvolle Predigt
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
ctl4520 ist ein Wahlmodul für den M.A. in Praktischer Theologie
Credits: 30
Studienaufwand:
Seminare: 40,00 Stunden
Unterrichtseinheiten: 20,00 Stunden
Eigenstudienzeit: 210,00 Stunden
Gesamt: 270,00 Stunden
Ziele:
Ziel dieses Moduls ist es, die Kompetenz zu wirkungsvoller Kommunikation des Evangeliums in der Predigt zu erhöhen und die Bedeutung der Predigt für Gemeindeaufbau und Gemeindleitung zu reflektieren. Dazu sollen durch Vermittlung von Predigtanalyse-Modellen und Auseinandersetzung mit neueren homiletischen Ansätzen einerseits Hilfen für den Aufbau einer positiven Feedback-Kultur in der Gemeinde gegeben werden, andererseits aber auch die Fähigkeit des Predigers zur Selbstreflexivität erhöht werden. Im Dienst wirkungsvoller Predigt soll die Kompetenz zu einem theologisch reflektierten Einsatz von Medien in Gottesdienst und Verkündigung im Horizont der Mediengesellschaft gestärkt werden.
Syllabus:
I. Predigt wahrnehmen und verändern
- Einführung in verschiedene Instrumente der Predigtanalyse und Predigtevaluation
- Die Entwicklung einer Predigt-Hör-Kultur in der eigenen Gemeinde (Predigtwerkstatt)
II. Nachhaltig predigen: Predigt und Gemeindebau
- Die Predigt als Instrument von Leitung
- Predigt und Gemeindewachstum
- Evangelistisch predigen
III. Veranschaulichend predigen
- Medientheorie und Medienkritik. Auseinandersetzung mit der Eigenlogik der Medien und ihre Vor- und Nachteile für christliche Verkündigung
- Vorteile und Nachteile der medialen Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf die Predigt. Christliche Medienkritik
- Sinn und Grenzen des Gebrauchs von multi-medialen Medien und Techniken für die Verkündigung
- Konkrete Umsetzung: Wie kann ich „medial“ predigen?
- Möglichkeiten und Grenzen der amerikanischen "New Homiletic" und des "Inductive Preaching"
IV. Zukunftsfähige Predigt
- Einführung und Auseinandersetzung mit heutigen Predigtlehren. Ihre Grundlagen, Möglichkeiten und Grenzen
- Verkündigung als „Einander ins Bild setzen“, Predigtlehre als Semiotik
- Die Predigt als “offenes Kunstwerk”. Predigt und Rezeptionsästhetik
- Die rhetorische Predigtlehre Gert Ottos
Lernziele:
Kenntnisse
Bei Abschluss des Moduls wird von den Studierenden Folgendes erwartet:
- ein Instrumentarium zu beherrschen, mit dem sie eine positive Feedback-Kultur in einer Gemeinde aufbauen können.
- eine vertiefte Kenntnis der Instrumentarien zu haben, mittels derer sie Predigten gut analysieren können (ihren eigenen Stil, Gewohnheiten und Begrenzungen beim Predigen zu realisieren und zu reflektieren und Möglichkeiten der Verbesserung erkennen)
- Konzepte und Methoden der Gemeindepädagogik und Erwachsenenbildung gefestigt zu haben, sowie die Fähigkeit, sie auf ihre mögliche Anwendbarkeit in der Verkündigung zu beurteilen
- den Sinn und das Ziel der Predigt im Gemeindewachstum und die Wichtigkeit von Predigten als Mittel für das Gemeindewachstum einzuschätzen
- eine Kenntnis medienwissenschaftlicher und medienkritischer Ansätze zu zeigen
- kritisch-reflektierte Kenntnis neuer homiletischer Ansätze und Modelle
- Modelle und Formen aus der aktuellen homiletischen Literatur für die eigene Predigtarbeit anwenden können
Fähigkeiten
Die Studierenden sollen fähig sein
- die Qualität ihrer Predigt weiter zu verbessern im Sinne eines leenslangen Lernens
- ein qualifiziertes Feedback zu geben und auch positiv anzunehmen; Regeln und Methoden des Feedback positiv anzuwenden
- Feedbackgruppen, Predigtnachgespräche oder Predigwerkstattgruppen in einer Gemeinde zu leiten, und durch Schulung langfristig sowohl die Predigt-Hör-Kultur als auch die eigene Predigt zu verbessern
- konzeptionell im Blick auf Gemeindeentwicklung und Verkündigungsarbeit zu arbeiten und Pläne zu erdenken, die helfen, christliche Lehre auf zeitgemäße Art und Weise zu vermitteln
- Konzepte und Methoden der Erwachsenenbildung und Pädagogik anzuwenden und dort, wo es sinnvoll ist, in die eigene Verkündigungstätigkeit zu übernehmen
- christliche Lehre effektiv zu vermitteln
- multi-medialen Werkzeuge in der Verkündigungsarbeit zu benutzen und sie angemessen zu benutzen
Lehr- und Lernstrategien:
Die Studierenden bereiten sich selbst durch Lektürearbeit auf das erste Intensivseminar vor. Das erste Intensivseminar befasst sich hauptsächlich mit der Frage der Wahrnehmung von Predigt, der Entwicklung einer Feedback-Kultur. Durch Übungen und Gruppengespräche werden Instrumente des Feedbacks eingeübt und reflektiert. Fragen des Verhältnisses von Gemeindeaufbau und Verkündigung werden reflektiert und der Transfer zur eigenen Gemeinde diskutiert.
In der Zeit zwischen den beiden Intensivseminaren müssen die Studierenden eine ausführliche Analyse einer zeitgenössischen Predigt ihrer Wahl erstellen. Die Analysemethode muss dargestellt und theoretisch reflektiert werden. Daneben setzen sich die Studierenden mit zeitgenössischen homiletischen Modellen auseinander. Die Lektüre von zwei Beiträgen neuerer Homiletik (siehe Literaturverzeichnis) wird in je einer Rezension aufgearbeitet und dient als Gesprächsgrundlage für das zweite Intensivseminar.
Die Schwerpunkte des zweiten Intensivseminars liegen auf der Frage der veranschaulichenden Predigt, der Einflüsse und Möglichkeiten multimedialer Elemente und der Diskussion der Chancen und Grenzen solcher medialen Elemente. Vielseitige Möglichkeiten der medialen Predigt werden anhand von Beispielen, Videosequenzen etc. vorgestellt. Daneben werden neuere homiletische Ansätze diskutiert und auf ihre Möglichkeiten und Anwendbarkeit im jeweiligen Gemeindekontext untersucht. Die Teilnehmer erarbeiten während des Seminars den Entwurf einer Predigt, die sehr stark mit veranschaulichenden Elementen arbeitet. Diese Entwürfe werden im Plenum besprochen.
Leistungsnachweise:
Analyse einer aktuellen Predigt entsprechend der im Modul erarbeiteten Kenntnisse und Kriterien. Der Verfasser sucht dabei die für die vorliegende Predigt sinnvollen Analysemethoden aus der gängigen Literatur und reflektiert sie (8-9 Seiten). 35 %
Abfassung einer Predigt, die in besonderer Weise versucht, mediale, sprachliche, oder andere Elemente zu verwenden, die theologisch reflektiert und medientheoretisch begründet werden. Dies gilt in besonderer Weise für den Gebrauch von Medien und Methoden. Der Verfasser zeigt, dass er in der Lage ist, neue Predigtformen und Methoden aus der aktuellen Literatur zu übernehmen und in seine Predigtarbeit zu übernehmen, indem er sich in einem extra Abschnitt von drei Seiten mit diesen Formen und Methoden kritisch auseinandersetzt (15-16 Seiten). 65 %
Basislehrmaterial:
- Bieritz, Karl-Heinrich / Henkys, Jürgen / Jenssen, Hans-Hinrich / Kiesow, Ernst-Rüdiger / Winkler, Eberhard (Hg.): Handbuch zur Predigt, Berlin 1990.
- Bohren, Rudolf / Jörns, Klaus P. (Hg.): Die Predigtanalyse als Weg zur Predigt, Tübingen 1989.
- Eberhard (Hg.): Handbuch zur Predigt, Berlin 1990.
- Eickhoff, Klaus: Die Predigt beurteilen. Gemeinde denkt mit, Wuppertal 1998.
- Engemann, Wilfried: Einführung in die Predigtlehre, Tübingen 2001.
- Fengler, Jörg: Feedback geben. Strategien und Übungen, Weinheim 22002.
- Garhammer, Erich: Am Tropf der Worte - Literarisch predigen, Paderborn 2000.
- ders. (Hg.): Vom Non-Prophet-Unternehmen zu einer visionären Kirche. Verkündigung in der Mediengesellschaft, Würzburg 2002.
- Grözinger, Albrecht: Die Sprache des Menschen, München 1991.
- Grözinger, Albrecht: Predigt als Unterhaltung, in: Praktische Theologie Pastoraltheologie 10 (1987), 425-440.
- Haberer, Johanna: Gottes Korrespondenten. Geistliche Rede in der Mediengesellschaft, Stuttgart 2004.
- Hartmann, Frank: Medien und Kommunikation. UTB Profile 3014, Stuttgart 2008.
- Josuttis, Manfred: Rhetorik und Theologie in der Predigtarbeit. Homiletische Studien, München 1985.
- ders.: Unterhaltsam von Gott reden? Gesetz und Evangelium in der Rundfunkverkündigung, in: Gesetz und Evangelium in der Predigtarbeit, Gütersloh 1995, 82-93.
- Kron, Friedrich W./ Sofos, Alivisos: Mediendidaktik. Neue Medien in Lehr- und Lernprozessen, UTB 2404, München 2003.
- Lämmermann, Godwin: Zeitgenössisch predigen. Homiletische Analysen mit Predigtbeispielen, Stuttgart 1999.
- Nicol, Martin: Einander ins Bild setzen. Dramaturgische Homiletik, Göttingen 2002.
- Otto, Gert: Rhetorische Predigtlehre. Ein Grundriss, Mainz, Leipzig 1999.
- ders.: Die Kunst, verantwortlich zu reden. Rhetorik-Ästhetik-Ethik, Gütersloh 1994.
- Rundfunkverkündigung, in: Gesetz und Evangelium in der Predigtarbeit, Gütersloh 1995, 82-93.
- Theissen, Gerd: Zeichensprache des Glaubens. Chancen der Predigt heute, Gütersloh 1994.
- Wöhrle, Stefanie: Predigtanalyse: Methodische Ansätze - homiletische Prämissen - didaktische Konsequenzen, Münster 2006.
|